Aktuelles aus dem Archiv


Pläne des Stadtbauamtes Strausberg (Bestand A.1.3.1. PLAN)

nach erfolgter Reinigung der extern zum Bestand des Stadtbauamtes Strausberg gelagerten Pläne konnten diese nun in den vergangenen Monaten neu geordnet und erschlossen werden. Sie sind ab sofort über ein Findbuch recherchierbar und können in Seelow eingesehen werden.

September 2020


Bestand der Stadt Lebus erschlossen

Der Bestand der Stadt Lebus (B. 072) wurde abschließend verzeichnet und ist nunmehr über ein Findbuch recherchierbar. Als Besonderheit dieses Bestandes sind zum einen die enthaltenen historischen Bauakten und zum anderen das Vorhandensein verschiedener Einwohnerbücher aus verschiedenen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu nennen. Die öffentliche Nutzung und Einsichtnahme ist gemäß Satzung des Kreisarchivs möglich.

Februar 2020



Weitere Erschließung

Im dritten Quartal 2019 wurden die Aktenbestände von Dahlwitz-Hoppegarten, Neuenhagen bei Berlin und Vogelsdorf verzeichnet und sind nun für die öffentliche Nutzung und Einsichtnahme zugänglich.

Oktober 2019



Weitere Gemeindebestände erschlossen

Im zweiten Quartal des Jahres konnten weitere Bestände erschlossen werden. Die im Kreisarchiv MOL überlieferten Akten der Gemeindebestände von Batzlow, Bollersdorf, Bruchmühle, Buchholz, Grunow, Rehfelde, Ringenwalde sowie der Bestand von Altlandsberg(-Seeberg) sind verzeichnet und für die öffentliche Nutzung und Einsichtnahme zugänglich.

Juli 2019



Gemeindebestände erschlossen

Im ersten Quartal des Jahres wurden die Gemeindebestände von Fredersdorf bei Berlin, Gorgast, Hönow, Kienitz, Münchehofe (Dahlwitz-Hoppegarten) sowie Zinndorf erschlossen und sind für die öffentliche Nutzung zugänglich.

März 2019



Auskunft aus den Personenstandsregistern wieder uneingeschränkt möglich

Bei der Durchsicht der hier überlieferten Personenstandsregister mussten aufgrund des Verdachts auf Schimmel einige Bände für die Nutzung gesperrt werden. Nach der Durchführung eines speziellen Tests wurde die Schimmelbelastung leider bestätigt. Aufgrund dessen wurden ca. 3 laufende Meter Personenstandsbücher für die Reinigung nach Leipzig in eine Restaurierungsfirma transportiert. Diese Bände sind nun zurück im Kreisarchiv und stehen für Auskünfte wieder zur Verfügung.

Dezember 2018



Das Kaufhaus Seelow und seine Agenda

Anfang der 50er Jahre beschlossen die Seelower Stadtverordneten den Wiederaufbau der zerstörten Innenstadt. Im Stadtzentrum plante man seit 1956 den Neubau eines Kaufhauses durch den Konsum - Genossenschaftsverband Kreis Seelow e.G.m.b.H. auf den Grundmauern des Gasthofes „Zur goldenen Kugel" gemäß Aufbaugesetz zur Verbesserung der Infrastruktur. Im Jahre 1959 wurde das KONTAKT Kaufhaus Seelow eröffnet und verkörperte Jahrzehnte eine feste Instanz in der regionalen Handelsstruktur mit einer zentralen Versorgung.
Im Jahre 1990 erfolgte die Umwandlung in das ASS - Kaufhaus der Kaufring Tochter Innosys, ein weiterer Trägerwechsel vollzog sich 2002 durch die Döbelner Kaufhaus GmbH in das HENWI-CITY - Kaufhaus. Die Schließung der Handelseinrichtung erfolgte Ende 2008.
Das Gebäude steht wegen seiner städtebaulichen und architekturgeschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz und wirkt als zweiflügeliges Eckgebäude am historisch überlieferten Kreuzungsbereich im Stadtkern von Seelow prägend.
Umso erfreulicher ist es, das das Seelower Stadtparlament im Rahmen des Förderprogramms „Aktive Stadtzentren" den Antrag für ein mögliches Sanierungsgebiet Zentrum Nordost stellen wird und somit die mit der Denkmalbehörde abgestimmte Sanierung des Gebäudes mit Hilfe von Fördermitteln aus des KLS-Programm (bedeutet: „Kleine Städte und überörtliche Zusammenarbeit"), einer ILB-Förderung und einem Eigenanteil der Sewoba erfolgen könnte.

Griebenow, März 2016



Eine Badewanne für Bert Brecht - Der Umbau des Buckower Gartenhauses

Im Archiv des Landkreises Märkisch-Oderland wurde kürzlich eine Bauakte aus dem Jahr 1952 gefunden, die den Umbau des Gartenhauses von Bertolt Brecht und Helene Weigel in Buckow dokumentiert. Bei dem Garten- oder auch „Gärtnerhaus" handelt es sich nicht um das Haupthaus, das heute zur Gedenkstätte „Brecht-Weigel-Haus Buckow" gehört und wegen der auffälligen Vergitterung „Eiserne Villa" genannt wurde, sondern um eines von mehreren Gebäuden des weiträumigen Grundstücks.
In der von Brecht als Bauherr selbst unterzeichneten Baubeschreibung vom 17. März 1952 ist folgendes zu lesen: „Der Zugang zu den oberen Turmgeschossen erfolgte bisher über eine inzwischen baufällig gewordene eiserne Wendeltreppe. Da diese abgebrochen werden muß, ist ein massiver Anbau mit neuer Treppenanlage vorgesehen. Gleichzeitig sollen eine Badewanne und zwei Spülklosetts im Anbau untergebracht werden."
Warum die Gebrauchsabnahme für den Umbau erst im Jahr 1960 erfolgte, ist unklar. Deshalb bleibt es auch fraglich, ob Bertolt Brecht, der im August 1956 verstorben war, die neue Badewanne - kleinbürgerliche Zeitgenossen monierten, der geniale Dichter sei oftmals ungewaschen umhergelaufen - noch nutzen konnte.
2012 verkauften die Brecht-Erben das noch mit dem Original-Mobiliar seines berühmten Vorbesitzers ausgestattete Gärtnerhaus. Und Obwohl die Möglichkeit bestand, wurde das Gebäude von der öffentlichen Hand leider nicht erworben.

Andreas Grape, Juli 2015



Mit Brieftauben in den 1. Weltkrieg - Die Mobilmachungsakte Hennickendorf

Das Kreisarchiv verwahrt eine bedeutende historische Quelle zum Beginn des Ersten Weltkrieges. Es handelt sich dabei um die Akte „Mobilmachung" der Gemeinde Hennickendorf aus dem Zeitraum von 1891 bis 1915. Besonders hervorzuheben ist dabei das Telegramm aus Berlin an die Ortsbehörde Hennickendorf mit dem Mobilmachungsbefehl vom 1. August 1914. Darin heißt es: „Mobilmachung befohlen, erster Mobilmachungstag der 2. August. Dieser Befehl ist sofort ortsüblich bekannt zu machen."
In den folgenden Wochen und Monaten ergingen viele weitere Erlasse und Rundschreiben, die den Erfordernissen eines Krieges Rechnung trugen. Dabei handelte es sich um Maßnahmen zur Aufstellung von Landsturm-Einheiten, zum drohenden Ernteausfall, zum Umgang mit ausländischen Staatsbürgern im Deutschen Reich, zur Unterstützung von Flüchtlingen aus Ostpreußen und zur Einquartierung von Kriegsgefangenen.
In den Sterbebüchern der Standesämter sind die ersten Kriegssterbefälle bereits auf den 26. August 1914 datiert. Die ersten Opfer aus Seelow waren der Ackerbürger Otto Arendsee, der Kutscher Friedrich Wendt und der Brunnenbauer Otto Tismer. Sie kamen kurz nach Kriegsbeginn in einem Gefecht bei Campelaer, wenige Kilometer von der belgischen Hauptstadt Brüssel entfernt ums Leben. Im gleichen Gefecht starben auch die Neuhardenberger Fritz August Noack und Otto Karl Ferdinand Wohlgemuth.
Die Akte enthält auch ein Schreiben, dass bereits am 2. August 1914 gemäß § 42 C. (3) der Mobilmachungsanweisung der Verband deutscher Brieftaubenliebhaber-Vereine seine Tiere dem militärischen Nachrichtendienst zur Verfügung stellte. Demnach sollte jeder, der in den Besitz einer solchen Brieftaube gelangte, diese an den Gemeindevorstand übergeben. Weiter-hin war geregelt, dass der Taube, „nachdem sie sich erholt hat, die Freiheit wiederzugeben" war. Ob im Gemeindebüro Hennickendorf tatsächlich Brieftauben abgegeben wurden, geht aus der Akte nicht hervor.

Lennart Kranz; Andreas Grape, September 2014



„Herkules" in Strausberg - Windkraftnutzung 1927

Dass die Nutzung regenerativer Energien keine Erfindung unserer Tage ist, kann man schon in den alten Bauakten der Stadt Strausberg erfahren. Bereits 1927 wurde an der Hohensteiner Chaussee ein für die Stadt geradezu gigantisches und für die damalige Zeit revolutionäres Bauwerk auf einem Privatgrundstück errichtet.
Am 14. Juni 1927 richtete der Wegemeister a. D. Paul Schröter an das Städtische Bauamt folgendes Gesuch: „Ich möchte eine Windturbine zur Erzeugung von Elektrizität und Wasserversorgung aufstellen und bitte um recht baldige Genehmigung. Anbei 2 Zeichnungen, 2 Zeichnungen des Turmes, 2 Beschreibungen, 2 Lagepläne"
Nach einer Prüfung durch das Gewerbeaufsichtsamt Beeskow-Oberbarnim wurde die Bauerlaubnis am 29.06.1927 unter Auflagen erteilt.

Die Anlage wurde von der Vereinigten Windturbinenwerke AG in Dresden-Reick vertrieben und gebaut. Auf einem 14 Meter hohen Turm wurde eine Turbine, die den kraftvollen Namen „Herkules" trug und einen Raddurchmesser von 3,50 Meter hatte, montiert. Das besondere der Anlage war nicht nur die Gewinnung von Strom sondern auch die gleichzeitige Förderung von Grundwasser. Die Leistung derartiger Windräder, deren Existenz auch für andere Orte nachgewiesen ist und die teilweise bis Mitte der 60-er Jahre betrieben wurden, erreichte bei 50 Umdrehungen pro Minute ca. 2 kW.
Am 1. September 1927 vermerkt die Baupolizei die Fertigstellung der Turbinenanlage.

Ob der Wegemeister a. D. an seinem Bauwerk, das sicherlich nicht geräuschlos zu betreiben war, Freude hatte und wie lange es existierte, ist anhand der Bauakten leider nicht feststellbar. Die Unterlagen, welche zurzeit erschlossen werden, sind ab Herbst 2014 im Kreisarchiv einsehbar (KAMOL A 1.3.1. Nr. 86, Band 1, Bll. 44-50)

Andreas Grape, Juli 2014



Otto Hupp und die Wappen des Landkreises

Ein interessantes Sammlungsstück, das die Bestände des Kreisarchivs Märkisch-Oderland ergänzt, konnte kürzlich erworben werden. Dabei handelt es sich um ein Sammelalbum, das unter dem Titel „Die Ortswappen des Königreichs Preußen, Provinz Brandenburg, Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt" erschienen ist.
Die Wappenabbildungen wurden von dem Heraldiker, Schriftgrafiker und Kunstmaler
Otto Hupp (21.05.1859 bis 31.01.1949) geschaffen, der nach einer Lehre als Graveur die Kunstakademie Düsseldorf besucht hat. Sein umfassendstes Arbeitsgebiet waren die Wappenkunde und die Wappenkunst. So hat Otto Hupp im Verlaufe seines langen Lebens ca. 6000 Wappen gezeichnet. Sein großes Werk „Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer", das ab 1895 herausgegeben wurde, blieb jedoch unvollendet, nur fünf der geplanten zehn Bände erschienen.
Größere Bekanntheit erlangten seine Arbeiten durch die Kaffee HAG Bremen, die ca. 2800 seiner Wappenzeichnungen als Wappenmarken mit zugehörigen Sammelbilderalben in den Zeiträumen von 1913 bis 1918 und von 1926 bis 1938 herausbrachte und damit einen bedeutenden Beitrag zur Verbreitung der Wappenkunde leistete. Neben der jeweiligen Wappenbeschreibung sind als weitere historisch interessante Informationen nähere allgemeingültige Erklärungen zu den Ortswappen der beiden Regierungsbezirke und für jeden Ort die Einwohnerzahl nach der Volkszählung des Jahres 1910 enthalten. So hatte Seelow zu dieser Zeit z. B. 2860 Einwohner. Unter den insgesamt 156 brandenburgischen Wappenabbildungen befinden sich auch die, der heute zum Landkreis Märkisch-Oderland gehörigen Städte Altlandsberg, Buckow, Freienwalde a.d.O., Lebus, Müncheberg, Seelow, Strausberg und Wriezen.
Interessierte können sich das Sammelheft im Kreisarchiv zu den Öffnungszeiten vorlegen lassen.

 
Quellen: Wolfgang Hendlmeier: Otto Hupp. Erschaffer des Wappens der Provinz Oberschlesien, in: Unser Oberschlesien Nr. 5/2004, S. 13.
Wikipedia: Biographischer Artikel zu Otto Hupp.

A. Grape, Januar 2014



Kein Schiu-Schiu in Gielsdorf

Bei der Verzeichnung des Bestandes der Gemeinde Gielsdorf (Ab sofort abzurufen über die „Online-Recherche" der Kreisarchiv-Webseite.) ist kürzlich ein interessantes Schriftstück vom März 1949 gefunden worden, das einen kleinen Einblick in den damals herrschenden Zeitgeist gewährt. Der Kulturreferent des Kreises Oberbarnim, Abteilung Volksbildung, verbot allen Musikern das Spielen des Schiu-Schiu in den Gaststätten des Kreises Oberbarnim, da „das Tanzen des Schiu-Schiu derart unwürdige Formen angenommen hat". Dem Schiu-Schiu, gesungen als: „Tschia, tschia, tschia, tscho", lag eine eingängige Melodie zugrunde, den findige Zeitgenossen mit Texten zur aktuellen, damals sehr angespannten, Versorgungslage versahen. Laut Zeitzeugen wurde der Schiu-Schiu als „Schieber" getanzt, bei dem die Tanzpartner sich sehr eng umschlangen und die Tanzpartnerin z.T. übers Knie mit dem Kopf nach unten gebeugt wurde. Der Tanz, der die ganzen 50-ziger Jahre über populär blieb, war auch anderenorts, wenn vielleicht nicht direkt verboten, aber so doch höchst unerwünscht. Natürlich ignorierte man derartige Spielverbote und bot das, was das Publikum hören wollte. Bei der Abrechnung der gespielten Titel listeten dann die Musiker oder der Gastwirt einfach ein anderes Musikstück auf. Und da derartige Verbote, wie das der Oberbarnimer Kulturverantwortlichen, auf dem Lande und in kleineren Orten kaum kontrolliert werden konnte, wurde der Schiu-Schiu sicherlich auch in Gielsdorf weiterhin gespielt und getanzt.

Tschia, tschia, tschia, tscho
Käse gibt es im HO
50 Pfennig kost' das Stück
und die Leute laufen wie verrückt.
(Bei diesem Vers wurde auch „Männer" für „Käse" und „Frauen" für „Leute" variiert.)

Tschia, tschia, tschia, tscho
heute ist mir g'rade so
morgen wird's schon anders sein
da tanz' ich Tschia, tschia, tscho allein.
(Ein Beispiel für volkstümliche, fast schon philosophische Tiefe.)

Juni 2013



Ein Tintenfleck oder „Der Reichskanzler im Kreisarchiv"

Ein interessanter Fund wurde kürzlich im Kreisarchiv gemacht. Bei der Erfassung und Bearbeitung alter Bauakten des Kreises Oberbarnim wurde im Bestand der Stadt Strausberg ein Schriftstück aus dem Jahr 1887 entdeckt, das Theobald von Bethmann Hollweg (1856-1921) eigenhändig unterzeichnet hat. Bethmann Hollweg war zu dieser Zeit Landrat des Kreises Oberbarnim in Freienwalde. Erst ein Jahr zuvor war seine Ernennung erfolgt, wodurch er mit 29 Jahren jüngster Landrat der Provinz Brandenburg wurde. Nach einer Kariere in der preußischen Verwaltung wurde er 1905 preußischer Innenminister, 1907 Vizepräsident des Preußischen Staatsministeriums und 1909, von Wilhelm II. berufen, Deutscher Reichskanzler.
Das im Kreisarchiv aufgefundene Schriftstück an sich ist wenig spektakulär, wurden doch lediglich Umbauarbeiten für eine Witwe Rückheim auf ihrem Grundstück in der Strausberger Wilhelmstraße 29 genehmigt. Etwas ungewöhnlich ist die Tatsache, dass diese Ausfertigung mit Siegel und Stempelmarke überhaupt „zu den Akten" genommen worden ist. Vielleicht ist der Tintenfleck am oberen Rand des Schriftstücks daran schuld, denn so verunziert konnte natürlich kein amtliches Schreiben versandt werden. Wem das Missgeschick passiert ist, geht aus der Akte nicht hervor, ein interessantes historisches Dokument, das Zeugnis von der damaligen Tätigkeit des Landrats und späteren Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg ablegt, ist es allemal.                                 

April 2013

Liegenschafts- und Bauverwaltungsamt
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